Cappeln: Exxon presst giftige Chemie in die Erde

Auf diesem Fördergelände in Bokel wird das Frac-Verfahren in Kürze eingesetzt, und undurchlässiges Gestein für die Gasförderung zu öffnen. Foto: Bernd Götting

Cappeln: Bokel | Undurchlässigem Gestein soll Erdgas entzogen werden

Cappeln. Auf einem Fördergelände in Bokel will der Konzern Exxon Mobil mit dem Bohrprojekt „Cappeln Z3a“ in wenigen Tagen die Förderung von Erdgas intensivieren.

Dazu wird laut einer Ankündigung des Konzerns die bestehende Bohrung auf 4150 Meter Tiefe abgesenkt. In dieser Tiefe stecken noch Erdgasreserven, die bislang nicht auf wirtschaftliche Weise gefördert werden konnten.
Anschließend werden mit dem sogenannten hydraulischen Frac-Verfahren künstliche Risse in dem dort liegenden Karbongestein gebildet. Exxon-Mobil spricht davon, dass das Gestein „stimuliert“ wird.
Über ca. 120 Tage werden in Bokel rund zwölf Millionen Euro investiert, um an das eingeschlossene Erdgas heran zu kommen.

Das Frac-Verfahren ist jedoch sehr umstritten. Laut einem Bericht des ARD-Magazins Monitor werden dabei extrem giftige Chemikalien zusammen mit Sand und Wasser eingesetzt, die Grundwasser schädigend sein sollen. In den USA sind laut Monitor deshalb bereits Erdgaserschließungen eingestellt worden.
Exxon-Mobile hat zwischenzeitlich verlautbaren lassen, dass die tatsächlich verwendete Konzentration nicht Grundwasser gefährdent sei. Ausserdem liege in Norddeutschland das Grundwasser nur bis ca. 200 Metern Tiefe, die Erdgaslagerstätten gingen aber allesamt über 1000 Meter Tiefe hinaus.

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