VFL Oldenburg scheidet gegen den Thüringer HC mit 24:32 aus --- DHB-Pokal Viertelfinale Frauen

Sabrina Neuendorf und Lois Abbingh versuchen Idalina Borges Mesquita (blaues Trikot) zu stoppen (Foto: VfL)
 
Katrin Engel (blaues Trikot) erzielte 8 Tore für den THC (Foto: VfL)
 
Auch die "Hände" halfen nichts... (Foto: VfL)
 
Thüringer HC (Foto: Thüringer HC)
DHB-Pokal Viertelfinale Frauen



VFL Oldenburg - Thüringer HC

### ENDERGEBNIS: 24:32 (13:14) ###


am Dienstag, den 08.03.2011
...in der EWE ARENA Oldenburg | Europaplatz
...in die EWE ARENA kamen 860 Zuschauer!




Ole Rosenbohm (Pressesprecher des VfL Oldenburg)
berichtet in seiner Pressemitteilung vom 09.03.11´:


# Viertelfinale: VfL Oldenburg scheitert an Pokal-Favorit THC #

Am Ende waren die Gemütszustände der Beteiligten so unterschiedlich wie fast nur möglich, die Analyse des zuvor erlebten Pokal-Viertelfinalspiels aber erstaunlich gleich. Während die Spielerinnen des Thüringer HC die erstmalige Teilnahme am Final Four (21. und 22. Mai in Göppingen) fast wie einen Titelgewinn feierten, musste Bundesliga-Konkurrent VfL Oldenburg die Überlegenheit eines Gegners anerkennen, der in dieser Saison nicht erst seit seit dem gestrigen Dienstagabend (8.3.2011) in Meisterschaft und DHB-Pokal als absoluter Favorit gelten muss. Zumindest für den Pokalsieg war von Trainer Herbert Müller eine klare Ansage zu vernehmen: "Die Leute müssten mich doch für bescheuert halten, wenn ich etwas anderes sagen würde. Wir haben mit Leverkusen den Titelverteidiger ausgeschaltet und nun in Oldenburg ein vorweggenommenes Endspiel gewonnen. Ja, selbstverständlich wollen wir deutscher Pokalsieger werden." Vorher hatte sein Team in der EWE ARENA eine beeindruckende Demonstration seiner Stärke abgeliefert und völlig verdient mit 32:24 (14:13) gewonnen.

Zunächst agierten beide Mannschaften auf gutem Niveau. Zudem ließen sie keine Zweifel über die Relevanz dieser Begegnung aufkommen, schenkten sich nichts und brachten auch von den Bänken so viel Emotionalität ins Spiel wie möglich. Weil sich diese auch auf die Ränge, auf denen u.a. 40 mitgereiste Gästefans für einen stets hohen Lautstärkepegel sorgten, übertrug, hatte das Topspiel des Viertelfinales alles zu bieten.

Das galt zumindest für die erste Halbzeit, in die der VfL mit einer 3:1-Führung (5.) startete und dreimal einen Drei-Tore-Rückstand (6:9/16., 7:10/17., 8:11/21.) zu verkraften hatte. Beim THC aber war schon zu diesem Zeitpunkt der fulminante Rückraum mit Kerstin Wohlbold, Nadja Nadgornaja und Katrin Engel warmgelaufen. Dreimal reichte den Gästen ein einziger Pass und ein anschließender Wurf, um gegen die formierte Oldenburger Abwehr zu Erfolg zu kommen.

Die Abwehr der Gastgeberinnen präsentierte sich in Hälfte eins aber ebenfalls stark. Ein besseres Resultat verhinderte etwas Pech - etwa, als ein Foul an Kim Birke während eines Konters nicht geahndet wurde oder als erst Lois Abbingh und dann im Nachwurf Julia Wenzl nur den Pfosten trafen. Nach dieser Szene ging der auch zweimal am Innenpfosten bzw. -latte scheiternde (Borges Mesquita, Wohlbold) THC mit 14:13 in Führung.

Nach der Pause verlor Oldenburg die Linie. In einer noch hektischer werdenden Partie lief der THC in den ersten drei Minuten zwei Gegenstöße und setzte sich auf 17:14 (34.), und 19:15 (37.) ab. Kurz war Besserung in Sicht: Lydia Jakubisova traf vom Kreis, Anna Badenhop holte nach einem Abbingh-Pass einen Strafwurf heraus - zwei Oldenburger Tore innerhalb von 20 Sekunden. Zudem musste Wohlbold die Spielfläche für zwei Minuten verlassen.

Die folgenden Minuten entschieden die Partie und ließen den Rest zu einer einseitigen Angelegenheit werden. Mit viel Geschick und etwas Glück verhinderte der Bundesliga-Hauptrundensieger nämlich fast sieben Minuten den nächsten Oldenburger Treffer. Auf der anderen Seite ließ der VfL drei Konterchancen liegen und konnte selbst aus einer 29 Sekunden währenden doppelten Überzahl nach Strafe gegen Co-Trainer Hellfried Müller (38.) wegen wiederholtem Meckerns (Hellfried Müller: "Ich habe nur meiner Torhüterin applaudiert") keinen Profit schlagen. Thüringen blieb in Ballbesitz und ging in der 44. Minute mit 22:17 in Führung. "Diese Führung war der Knackpunkt des Spiels", sagte Katrin Engel später.

In dieser Phase wurde Nadgornaja zur Haupt-Protagonistin. Die 22-Jährige traf nun fast wie sie wollte. "Das motiviert alle, wenn da eine ist, die die Kugel aus 14 Metern reinmacht", meinte Engel. Nadgornaja traf aus dem Rückraum zum 21:17 ins obere rechte, zum 22:17 ins untere rechte und zum 24:19 (47.) ins obere linke Eck. Der VfL, der das Bundesligaspiel in eigener Halle gegen den THC nur wegen fehlenden Glückes unentschieden spielte und in der ersten Hälfte im Pokalspiel abermals sein hervorragendes Können gezeigt hatte, konnte nun nichts mehr entgegensetzen. Die Zuversicht schwand zunehmend aus den Gesichtern, allein die mit Schulterschmerzen spielende Wiebke Kethorn hatte mit zwei Toren zum 18:22 (44.) und 19:23 (46.) für einen Hauch von Hoffnung gesorgt. Die meisten übrigen Würfe parierte die ganz starke Maike März, die von beiden Trainern nachher verdiente Komplimente bekam.

Die Gäste zogen nun unaufhaltsam Göppingen entgegen und hatten bei 27:19 (51.) erstmals eine Acht-Tore-Führung erreicht. Aus Oldenburger Sicht konnte zumindest noch der erste Pflichtspieltreffer von Thorey Stefansdottir beklatscht werden, die 103 Sekunden vor Schluss bei einem erweiterten Gegenstoß zum 24:31 traf.

Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Gästefans längst erhoben und feierten den Sieger. Aber auch die heimischen Zuschauer reagierten und zollten ihrer Mannschaft mit stehendem Applaus Respekt - sicher nicht für eine verkorkste zweite Hälfte, aber doch für eine weiterhin tolle Rückrundenbilanz mit erst zwei Niederlagen in nunmehr 14 Spielen. "Jetzt müssen wir den Kopf wieder frei bekommen", sagte Jakubisova - neben Kethorn eine der besten beim VfL: "Am Samstag können wir unsere Qualität bestätigen." Dann spielt das Team beim dänischen Spitzenclub KIF Vejen im Hinspiel des EHF-Pokal-Viertelfinales.

Trainerstimmen

Herbert Müller, THC: Riesen-Kompliment an mein Team. Es macht so viel Freude, wie es marschiert, arbeitet und geht. Wichtig war, dass wir viel aggressiver als im Punktspiel waren. Ich habe mir das nochmal angeschaut, da hatten wir erst nach zwölf Minuten das erste Foul gespielt. Unsere Keeperin Maike März ist so stark wie noch nie. Ihre Entwicklung ist faszinierend. Sie arbeitet 40 Stunden in der Woche, ist dann beim Training dennoch tagtäglich hochkonzentriert. Ich hatte vor der Saison noch etwas Angst, dass wir auf dieser Position ein kleines Minus haben, aber sie hat sich enorm gesteigert.

Leszek Krowicki, VfL: Unser Gegner hat uns kaum zum Zug kommen lassen. Wir haben dazu auch schlecht verteidigt. Schon in der ersten Halbzeit haben wir nicht unseren Handball gespielt. Ich muss noch zu Protokoll geben, dass Angie Geschke fast nicht hätte spielen können, dass Wiebke Kethorn Schmerzen in der Schulter hat und Tatiana Surkova Rückenprobleme. Doch das soll bitte keine Ausrede sein. Wir haben gegen die beste Mannschaft im Wettbewerb völlig verdient verloren.

VfL Oldenburg: Surkova (15 Paraden), Renner (ab 51.; 3 Paraden) - Birke, Geschke, Neuendorf 2/1, van der Heijden 4, Jakubisova 5, Kethorn 5, Abbingh 6/4, Badenhop, Wenzl, Schirmer, Hetmanek 1, Stefansdottir 1.

Thüringer HC: März (21 Paraden), Blazek (bei einem Siebenmeter) - Borges Mesquita 4, Nadgornaja 7, Wohlbold 6, Engel 8/4, Reiche 1, Snelder 3, Subke 1, Knytlova 1, Popluharova 1, Jahn n.e., Garcia Almendaris n.e.

Siebenmeter: 6/5 (Abbingh über das Tor) - 4/4.
Zeitstrafen: 1 (Badenhop) - 3 (Snelder, Wohlbold, Co-Trainer Hellfried Müller).
Schiedsrichter: Matthias Brauer (Hamburg) und Kay Holm (Hagen).

Viertelfinals:
VfL Oldenburg - Thüringer HC - 24:32
VfL Wolfsburg - HSG Bensheim Auerbach
HC Leipzig - FHC Frankfurt/Oder - 29:23
BSV Sachsen Zwickau - BSV Buxtehude

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*** Kader 2010/2011 ***
In Klammern die Saison-Bundesligatore(623) nach 20 Spielen...
...auch die Paraden der Torhüterinnen!
*** Natürlich werden die Tore/Paraden durch die "individuellen Spielzeiten" beeinflusst! ***
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Im Foto stehend von links nach rechts: Physiotherapeutin Silke Prante, Torwarttrainer Alexandr Vorontsov, Tatiana Surkova(Torhüterin/238 Paraden), Jacqueline Reinhold(7), Maike Schirmer(22),
Lois Abbingh(94/davon 43 x 7-Meter)), Anna Badenhop(26), Kim Birke(49),
Julia Renner(Torhüterin/91 Paraden), Trainer Leszek Krowicki, Betreuer Henning Balthazar.

Sitzend von links nach rechts: Barbara Hetmanek(17), Wiebke Kethorn(61), Laura van der Heijden(80), Ulrike Stange(Schwangerschaft), Sabrina Neuendorf(Spielführerin) (61/davon 10 x 7-Meter),
Angie Geschke(91/davon 13 x 7-Meter), Julia Wenzl(24/Fuß-Operation),
Lydia Jakubisova(91/davon 3 x 7-Meter).
Es fehlen die Physiotherapeuten: Philipp Werner, Prisca Becker.
Auch Thorey Rosa Stefansdottir und Indra Wefer(Torhüterin/3 Paraden), VfL II, fehlen auf diesem Foto.

Die "aktuelle" Tabelle der 1. Liga - Stand 08.03.11`/19:00:
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1 Thüringer HC 612:480 - 37:3
2 Buxtehuder SV 549:489 - 32:8
3 HC Leipzig 598:510 - 31:9
4 TSV Bayer 04 Leverkusen 597:547 - 30:10
5 VFL Oldenburg 623:539 - 26:14
6 HSG Blomberg-Lippe 606:580 - 19:21
7 FHC Frankfurt Oder 579:584 - 18:22
8 VFL Sindelfingen 550:586 - 16:24
9 TPSG FA Göppingen 544:568 - 13:27
10 SGH Rosengarten-Buchholz 515:637 - 9:31
11 DJK/MJC Trier 512:597 - 6:34
12 SG BBM Bietigheim 508:676 - 3:37

Die nächsten Spiele des VfL:
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12.03.2011 EHF-Pokal: 14:30 KIF Vejen : VfL Oldenburg
Idraetscenter Vejen, Petersmindevej 1, 6600 Vejen, Dänemark

19.03.2011 EHF-Pokal: 16:30 VfL Oldenburg : KIF Vejen
EWE ARENA Oldenburg | Europaplatz, 26123 Oldenburg

23.03.2011 16:00 FHC Frankfurt Oder : VfL Oldenburg
Brandenburg-Halle ,Stendaler Straße 26,15234 Frankfurt/Oder

26.03.2011 16:30 VfL Oldenburg : TSV Bayer 04 Leverkusen
EWE ARENA Oldenburg | Europaplatz, 26123 Oldenburg



Die Fotos wurden mir vom "VfL Oldenburg + Thüringer HC" für die Veröffentlichung zur Verfügung gestellt...
...danke!
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